Was wäre das Leben ohne Musik? Trist und langweilig, aber es würde auch eine Menge Zündstoff zwischen Altersgenossen beziehungsweise Generationen fehlen. Die Lieblingsmusik verteidigt jeder hartnäckig und nur wenige Menschen tolerieren wirklich anderen Geschmack. Der Opa verbittet es sich, andere Musik als seine geliebten Evergreens hören zu müssen. Die Oma findet es toll, Schlager und volkstümliche Melodien aus dem Radio in der Küche erklingen zu lassen. Gleichfalls wollen aber Jugendliche ihre Hip Hop Titel auf dem MP3 Player haben und es gibt auch sehr viele Fans der guten, alten Rockmusik. Klassische Musik ist beliebter, als man sich das als „Nicht-Fan“ vorstellt – für den einen ein Graus, für den anderen entspannend, wohltuend und der Inbegriff eines perfekten Feierabends. Einen gemeinsamen Nenner finden diese verschiedenen Geschmäcker nicht einmal in der sogenannten Mainstream Musik, die im Radio den ganzen Tag auf und ab läuft. Diese Musik rieselt so dahin, und während der eine sie weitestgehend an sich vorüberziehen lässt, wippt ein anderer mit dem Fuß, pfeift oder summt Refrains und Strophen mit. Heiße Diskussionen über Musikalität entbrennen vor allem im Bereich der moderneren Musikrichtungen, wie eben Hip Hop oder Rap, Punk Musik oder den „harten“ Musikrichtungen, wie etwa Grind Core.

Entspannungsmusik in Therapien und zu Hause

In vielen Wellness Spas wird unter anderem mit Musik gearbeitet, um eine wirklich komplette Entspannung für die Erholungsbedürftigen zu erzielen. Während die Gäste in den Whirlpools entspannt das Bad genießen und sich massieren lassen, erklingt tolle Musik, die aber wenig mit Unterhaltung zu tun hat. Diese Art Musik wurde eigens konzipiert, um den Körper mit Klängen zu verwöhnen. Das können Geräusche aus der Natur sein, unterlegt mit leichter Orchestermusik, aber auch einfach leichte Melodien, die ins Land der Träume führen. Bei Massagen wird ebenfalls oft leise Musik eingeschaltet: Auch hier nichts zum Mitsingen oder Tanzen, sondern vielmehr dazu geeignet, den Stress loszulassen, die Sorgen zu vergessen und sich eine Zeit lang richtig wohl zu fühlen. Besondere Massagetechniken bestehen sogar beinahe ausschließlich aus Klängen: Eine Klangtherapie kann auch eine Massage enthalten, in der der Körper durch Klangschalen bestimmten Schwingungen ausgesetzt wird. Diese Schalen aus Metall werden angeschlagen, dass ein Ton in einer gewissen Frequenz möglichst lange klingt – die Schwingungen übertragen sich auf den Körper und sorgen für Entspannung.

Zu Hause ist Musik das Mittel schlechthin, wenn es darum geht, schlechte Laune zu bekämpfen oder etwas Ruhe zu finden. Hier gibt es aber schon wieder deutliche Unterschiede in der Anwendung: Die einen kommen mit schlechter Laune aus dem Job oder der Schule und brauchen nun erst einmal die „Dröhnung“ aus dem Kopfhörer: Laut, hart und absolut dominant vertreibt diese Musik die Sorgen, den Stress, die schlechte Laune. Ein anderer will einfach abschalten, sucht sich ein stilles Plätzchen und lässt sich von sanfter, klassischer Musik erfreuen. Nicht selten stehen in einem Schlafzimmer deswegen Stereoanlagen oder liegen MP3 Player samt Kopfhörer auf dem Nachttisch – wenn nicht sogar ein Luxus Wasserbett ein eingebautes Hi-Fi System im Kopfteil eingebaut hat.

Musik kann auch stören

Die Musik, für den einen gerade wichtig und willkommen, kann für Mitmenschen auch ein Störfaktor werden. Das beginnt schon in den Gärten, in denen gefeiert wird: Die lustigste Party findet ein jähes Ende, wenn der Nachbar die Polizei exakt um 22 Uhr anruft, weil im Garten nebenan die Musik nicht abgestellt wird. Bei einem lustigen Barbecue darf Musik nicht fehlen: Ein Radio, ein CD-Player oder – falls vorhanden – ein talentierter Freund oder Verwandter mit einem Instrument und einer guten Stimme machen aus dem Grillfest, was es ist. Schön, wenn sich alle gut unterhalten, die Musik vielleicht sogar zum Schunkeln, romantischem Lagerfeuer-Flair inklusive Mitsingen und somit beste Laune sorgt. Den Nachbarn mit einzuladen ist die Lösung für das Problem – oder die Ruhestörung tatsächlich ab 22 Uhr zu vermeiden.

Um beim Thema „selbst gemachte Musik“ zu bleiben: Diese kann auch auf andere Weise innerhalb der Nachbarschaft gewaltigen Zwist auslösen. Der gestresste Schichtarbeiter ist auf seinen Schlaf angewiesen. Scheinbar wie absichtlich übt aber immer dann, wenn er von Nachtschicht, Spätschicht oder Frühschicht müde und erschöpft nach Hause kommt, die Nachbarin auf ihrem Klavier. Innerhalb von mehreren Parteien bewohnten Immobilien führen das Spielen und vor allem das oft jämmerlich klingende Erlernen eines Instruments zu Reibereien.

Musizieren in einer Gruppe oder als Solist

Musik ist ein Erlebnis, ob nun passiv als Fan einer Musikrichtung oder aktiv als Musiker. Schon ein begeisterter Tänzer weiß die Musik, nach der er sich alleine oder mit einem Partner, manchmal auch in Gruppen bewegt, zu schätzen. Hier kommt es auf die richtigen Schuhe, aber vor allem auch auf den Rhythmus im Blut an. Ein Musiker aber, der es versteht, ein Instrument zu spielen oder sehr schön zu singen, braucht zwar einige Jahre des Übens, der Begeisterung und mitgebrachtes Talent, um erfolgreich zu sein, kann dann aber zum Teil schönes Geld damit verdienen. Damit verbinden sich nach vielen Investitionen Leidenschaft und Verdienst auf meistens angenehme Weise. Probleme beim Leben auf der Bühne sind aber ebenfalls vorhanden. Immer gut gelaunt zu sein, immer singen und Musik präsentieren zu müssen, das ist auf Dauer schwer. Dann muss sich der Musiker durch die Gedanken an das Geld, das für Musikunterricht, für Noten und Instrumente ausgegeben wurde, motivieren und sein Bühnengesicht aufsetzen.

Spielt eine Unterhaltungskapelle auf einer Bühne, stehen hier heut meist viele Tausend Euro aufgebaut. Die Instrumente, die Anlage inklusive Mikrofone und Tontechnik, vielleicht zu Hilfe genommene Midi-Files: Alles ist teuer und sollte unbedingt, wie auch die Mitglieder der Band selbst, mit einer Versicherung gegen alle möglichen Schäden und Ausfälle, auch bei Reisen zu Auftritten abgesichert werden.

Bei einem gelungenen Auftritt vor Publikum spielt dann auch noch das Bühnenoutfit eine wesentliche Rolle. Die Volksmusik Gruppe kommt beim Publikum nicht an, wenn nicht ein entsprechendes Äußeres nach außen repräsentiert wird. Es würde komisch anmuten, wenn hier nicht Trachten auf der Bühne zu sehen wären, gleich, ob es ein Fernsehauftritt, zum Beispiel im Musikantenstadl ist, oder ein Abend in einem Zelt auf dem Oktoberfest. Wechselt eine solche Kapelle dann das Genre und bietet dem Publikum plötzlich fetzige Rockmusik, so mag das mit geschlossenen Augen recht gut klingen. Wirklich glaubwürdig ist Rock von hard bis soft aber nur von langhaarigen Kerlen, die mit ihren Gitarren eins werden, die Bühne im Griff haben und entsprechend gekleidet sind. Klischees haben gerade in der Musikszene eine große Bedeutung: Madonna im Dirndl, Heino im Punk-Outfit oder die Wiener Philharmoniker im Jogginganzug würden die gleiche Musik machen – doch wer würde sie ernst nehmen?

Stylisch, aber zugleich auch an die Musikrichtung gebunden ist auch die Wahl der Frisur und der Accessoires, die auf der Bühne gezeigt werden. Eine wilde Mähne kann ein Attribut sein, aber auch eine Themaverfehlung, die mangelnden Erfolg nach sich zieht – sowohl als „kleiner“ Alleinunterhalter, wie auch auf den großen, gut bezahlten Bühnen. Was wäre aber doch eine Lady Gaga ohne ihre markanten Bühnenoutfits, ohne ihre schrillen Frisuren, ihren bizarren Schmuck? Eine sehr unscheinbare Person, an die sich wohl nicht so viele Fans erinnern würden: Lady Gaga bleibt im Gespräch durch skandalöses Auftreten, das aber von viel Phantasie zeugt – wohl aber auch eine Maske für ein unsicheres Ego sein könnte. Niemand könnte sich ein solches Outfit auf der Schlagerbühne vorstellen.

Musik beim Einkaufen

Spontan denken bei dieser Überschrift wohl viele Menschen an den Weihnachtseinkauf, bei dem immer wiederkehrend von „Last Christmas“ bis „Stille Nacht“ die Weihnachtslieder aus allen Genres über die Lautsprecher erklingen. Gestresst vom Abarbeiten des Einkaufszettels denken die meisten Einkäufer, dass das doch eigentlich gar nicht sein müsste. Doch ist die Musikanlage im Geschäft aus, fehlt etwas. Die Musik macht das ganze Jahr über die Stimmung beim Einkaufen aus. Unterbrochen von den Durchsagen der Verkäufer, immer etwas undeutlich – und doch sieht man sie: Kunden, die gespannt den Nachrichten des Radiosenders lauschen, die ein Lied mitpfeifen, summen oder zum Begleiter sagen: „Ach, hör mal…“. Wen wundert es da, dass es heute sogar Homepages gibt, auf denen die Interessenten mit Musik begrüßt werden. Ob Detektei, Online Shop oder Beratungsseite: Musik bildet eine Brücke zwischen Kunde und Händler, nimmt die Unsicherheit, schafft eine Art heimelige Atmosphäre.

Musik im Straßenverkehr

Autos sollten im Straßenverkehr mit voller Aufmerksamkeit gelenkt werden. Die Radios im Auto haben natürlich die wichtige Funktion, den Verkehrsfunk überall empfangen zu können, damit die Fahrer über Staus und anderes informiert werden können. Doch auch das Vergnügen spielt eine Rolle, wie eine schon lange andauernde Entwicklung in der Automobilbranche zeigt. Die Musikanlagen, die serienmäßig mit Fahrzeugen verkauft werden, sind hochklassig, wobei hier nach oben hin keine Grenzen gesetzt sind. Dolby Surround im Auto, dazu ein Sechsfach-MP3-Wechsler: Davon träumten die Fahrer noch vor wenigen Jahren. Es waren einige wenige Tuning-Fans, die eine Bassbox im Kofferraum hatten, die schon von weitem das Auto hörbar machte – noch vor dem Motorengeräusch, trotz Sportauspuff und angebohrtem Luftfilter. Heute ist guter Klang im Auto eine Selbstverständlichkeit, auf die auch die Hersteller Wert legen. Dennoch sollten sich die Fahrer – außer im Stand – vor Augen halten, dass zu laute Musik gefährlich sein könnte. Das Quietschen von Reifen, die Sirene eines Einsatzfahrzeuges, ein schreiendes Kind: Das sind Laute, die viel wichtiger sind, als die Musik aus den Lautsprechern. Andererseits hält die Musik den Fahrer wach, verkürzt eintönige Autobahnfahrten und macht einfach Spaß.