Musik lebt immer auch ein Stück von ihrer Präsentation. Diese Darstellung funktioniert nicht zuletzt über Frisuren, Kleidung und Schmuck beziehungsweise Körperschmuck – da gibt es feste Reglements, was bei welchem Musikstil erwartet werden darf, und was als No-Go zählt. Die Erwartungen der Betrachter beginnen beim Cover einer neuen CD – die Kastelruther Spatzen in Biker-Outfit? – über das Auftreten in bestimmten Sendungen und reichen eben bis hin zum persönlichen Erscheinungsbild. Der Moderator einer Volksmusiksendung im Fernsehen kann nicht mit einer langen, wilden Rockermähne vor die Kamera treten – es sei denn, er macht einen Gag. Doch der Trachtenanzug auf dem AC\DC Konzert ist mindestens ein ebenso skurriles Bild – dabei denke man einfach an die TV Werbung von Roberto Blanco, der fälschlicherweise auf einer Metal Bühne kundtut, dass ein bisschen Spaß doch sein müsse. Doch schon die kleinen Details machen eine Menge aus: Auf der Volksfestbühne mag vielleicht noch egal sein, ob ein Musiker nun einen schweren goldenen Siegelring oder lieber einige Edelstahlringe von www.DiWe-Design.de an seinen Händen trägt – doch die Stars aus der Musikszene werden sehr genau auf ihre Stimmigkeit hin beobachtet – und bei Verstößen gegen diese ungeschriebenen Gesetze durchaus durch den Medien-Kakao gezogen.

Mit Schmuck fällt man auf – nicht nur auf der Bühne

Lady Gaga aus der Musikszene, aber auch ein Harald Glööckler (vgl. de.wikipedia.org/wiki/Harald_Glööckler) als Modezar und Juror einer Fernsehshow: Sie sind lebende Beweise dafür, was Schmuck alles aussagen kann. Beide sind lebendige Kunstwerke und als solche auch bekannt. Wohl wenige Fans würden Lady Gaga auf der Straße erkennen, trüge sie ein schmales Silberkettchen zum T-Shirt und zur Jogginghose – gänzlich ohne Kostüm und Schminke unterwegs. Während nun eine begabte Konzertpianistin nicht zu viel Schmuck tragen wird, um ihr eigentliches Können nicht zu übertünchen, gibt es andererseits dann auch jene Stars, die gerne einmal etwas zu viel auftragen – und dadurch stets im Gespräch bleiben.

Der Gitarrist der Rockband mit Lederarmband und Silberringen, in die Tribals eingearbeitet sind – die Geigenspielerin mit einem schmalen Goldring am Ringfinger – oder die Operndiva mit schwerem Goldschmuck: All das sind Bilder, die man kennt, die man gewöhnt ist, die zur Musik passen. Ein kleiner Ausrutscher ist schon ein Fauxpas: Die Diva mit einer Tätowierung am Oberarm? Der Rocker mit der eleganten, goldenen Herrenuhr oder die Geigerin mit Strass-funkelnden Glööckler Ornamenten? Das alles wäre mindestens einen Zeitungsbericht wert.

Schmuck – die Aussage dahinter

Schmuck hat immer auch eine Bedeutung, eine Aussage. Das kleine Mädchen mit den süßen Schmetterlingen, die ihre Ohren zieren: Sie ist perfekt geschmückt. Würde sie damenhafte Ohrringe tragen, wäre das zu viel des Guten. Eheringe sind auch so ein Thema. Vor allem Männer tragen sie gerne um den Hals – doch niemand trägt einen Ehering, der damit nicht die Aussage unterstreicht, dass er oder sie gebunden ist. Fehlt der Trauring jedoch trotz einer bekannten Ehe, ist diese Unterlassung schon wieder eine Diskussion wert. Sehr aussagekräftig sind auch Partnerringe oder Partnerketten: Diese halbierten Herzen oder Plättchen mit einer sehr eindeutigen Gravur besagen, wem das eigene Herz gehört. Wer ein Hobby hat, trägt nicht selten einen Kettenanhänger, der dies bestätigt: Der Freund von Modelleisenbahnen trägt eine silberne, kleine Lok um den Hals, der LKW Fahrer seinen „Miniatur LKW“ – wahlweise aus Gold oder Silber.

Gleiches gilt auch für den Schmuck, den Musiker tragen. Nicht unbedingt auf den großen Musikbühnen dieser Welt, sondern auch im kleinen, bescheidenen Rahmen trägt der Pianist seine Tasten an der Kette, der Saxophonist sein Instrument, der Gitarrist – oder der Fan eines solchen – ein Plektrum, wie auf gutefrage.net beschrieben, gerne sogar selbst gemacht – einfach durchbohrt und an ein Lederband gehängt. Schmuck spielt also in der Musik eine bedeutende Rolle, und zwar als Zierde, aber auch als Aussage und sogar als der Beweis für die Zugehörigkeit zu einer Musikrichtung.

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