Der Grill ist aufgebaut, die Teller, Gläser und Salatschüsseln stehen bereit – ebenso die Würstchen, Spieße und: Eine Stereoanlage. Musik gehört zum Grillen, wie der Gasgrill oder Holzkohlegrill, die Steaks und lachende, lustige Gäste, die sich den Leckereien widmen und dabei fleißig schwatzen. Schon jetzt fallen die argwöhnischen Blicke der nicht eingeladenen Nachbarn auf den Garten, in dem sich die amüsante Gesellschaft langsam versammelt. Gleich ist es soweit: Die Anlage wird eingeschaltet, der Grill angefeuert. Das sind gleich zwei Aspekte, die dem feindseligen Nachbarn gerne einmal die Galle hochtreiben. Mag sein, dass sie selbst gern so einen tollen Gasgrill besitzen würden, wie ihr Nachbar, sich diesen aber nicht leisten können. Es kann auch möglich sein, dass einfach das Zusehen bei lustigen Feiern bei eigener Einsamkeit eher unerträglich erscheint. Es wird einen Grund geben, warum die Musik und der Rauch vom Grill so störend wirken, dass bereits nach wenigen Momenten von oben her oder über die Hecke geschimpft wird. Es kommt, wie es kommen muss: Ist die Musik nicht um Punkt 22 Uhr ausgeschaltet, gibt es den Anruf bei der Polizei. Diese kommt vorbei und bereitet der Musik, nicht selten auch der Feier ein jähes Ende.

Die gesetzlichen Vorschriften für Musik beim Grillen

Zunächst einmal sollte klargestellt werden, dass es im Gesetz der Bundesrepublik kein Recht darauf gibt, zu Hause feiern zu dürfen. Ausführlich ist die Problematik auf www.homesolute.com beschrieben: Kein Anlass dieser Welt erlaubt es, die gesetzlichen Ruhezeiten von 22 Uhr bis zum Morgen und ab 13 Uhr zwei weitere Stunden zu ignorieren. Wer also eine Feier im eigenen Garten, bei dem Live Musik oder ein Radio für Unterhaltung sorgen, plant, muss diese Zeiten absolut einhalten. Es ist möglich, dass in einem Mehrfamilienhaus, in dem mehrere Mietparteien ansässig sind, ein Beschluss gefasst wird, der solche Feste ganz und gar verbietet. Die Überstimmten müssen sich daran auch halten. Selbst ohne Musik kann eine ganz normale Unterhaltung zwischen Freunden als zu laut empfunden werden – und muss eingestellt oder an einen anderen Ort verlegt werden, wenn die Nachbarn sich dagegen aussprechen. Glück hat, wer eine Nachbarschaft vorfindet, die gerne eingeladen werden kann, die selbst ab und an feiert und die sich folglich nicht an der Freude der anderen Mieter oder Eigentümer stört.

Geldbußen bei Grillpartys mit lauter Musik im Garten oder auf dem Balkon

Die Internetseite „Mein schöner Garten“ weist auch gleich auf die Strafen hin, die drohen, wenn der Nachbarschaftsstreit wegen der Musik beim Grillen – und der Rauchentwicklung, die beim Holzkohlegrill bekanntlich deutlich höher liegt, als beim Gasgrill – eskaliert und die Parteien vor Gericht gehen. Das Ordnungswidrigkeiten-Gesetz der BRD besagt, dass Geldbußen bis zu 5000 Euro drohen können, wenn Partylärm nicht zu Beginn der gesetzlichen Ruhezeiten aufhört. Das gilt für das Jugendzimmer mit musikalischen Freunden zu Besuch, gilt für den Polterabend und somit auch für das Grillfest auf dem Balkon, der Terrasse oder im Garten vor dem Haus, gleich ob es eine Siedlung mit Einfamilienhäusern ist oder eine Mietanlage, in der die Nachbarn auf den Plan gerufen werden. Eine Gitarre, mit oder ohne Verstärker, kann einer Grillfeier erst den richtigen Rahmen verleihen. Ebenso ist für sehr viele Grillfreunde die Stereoanlage mit fetziger Unterhaltungsmusik einfach Pflicht, wenn sie zum Essen am Grill einladen. Doch sollte dabei immer bedacht werden, dass keine Party auf der Welt es wert ist, sich mit den Nachbarn anzulegen. Führt kein Weg dahin, sie einzuladen und damit zum „Mittäter“ zu machen, muss eben an die Einhaltung der Ruhezeiten gedacht werden. Wer zum Beispiel schon ab 17 Uhr zum Essen lädt, kann durchaus im Rahmen des Erträglichen bis 22 Uhr die Musik spielen lassen. Dann aber heißt es – außer in Einsiedeleien – Ruhe bewahren und nach Möglichkeit nicht mehr zu stören.

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